Die CDU/Gemeinsam für Greiz-Fraktion im Stadtrat hat sich nach sorgfältiger Abwägung dazu entschieden, dem Antrag der IWA Pro Region zur Einleitung eines Zwangsvollstreckungs-verfahrens für das Gebäude in der Bruno-Bergner-Straße zuzustimmen.
Für uns steht fest: Das betreffende Gebäude ist Teil eines denkmalgeschützten Ensembles und besitzt aus unserer Sicht einen klaren städtebaulichen und historischen Wert. Sein Erhalt liegt im Interesse unserer Stadtentwicklung und trägt zur Identität unserer Innenstadt bei.
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass mit dieser Entscheidung auch Herausforderungen verbunden sind. Insbesondere wird die notwendige Sicherung des Gebäudes eine Verlängerung der bestehenden Straßensperrung nach sich ziehen. Diese Maßnahme ist nicht leichtfertig zu vertreten, jedoch im Sinne der Gefahrenabwehr und des Denkmalschutzes unausweichlich.
Ein weiterer zentraler Punkt ist für uns die Verantwortung gegenüber unserer städtischen Gesellschaft. Eine mögliche Ersteigerung des Gebäudes kann und darf ausschließlich dem Ziel dienen, das Objekt zu sichern und perspektivisch für einen geeigneten Investor vorzubereiten. Eine darüberhinausgehende finanzielle Belastung der Gesellschaft lehnen wir klar ab.
Die Rücklagen der GEWOG sind für die dringend notwendige Sanierung des eigenen Wohnungsbestandes vorgesehen und nicht für die Sicherung aller maroden Gebäude in Greiz. Die Mittel der GEWOG müssen den Mieterinnen und Mietern zugutekommen und dürfen nicht durch zusätzliche Projekte gefährdet werden. Es ist für uns entscheidend, dass das Vorhaben keinerlei nachteilige Auswirkungen auf die Mieter der GEWOG hat.
Darüber hinaus haben wir als Fraktion einen ergänzenden Antrag eingebracht: Erhaltenswerte Gebäude im Innenstadtgebiet sollen künftig priorisiert behandelt werden. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse im Stadtrat und insbesondere im Bauausschuss zu beschleunigen und frühzeitig Klarheit über den Umgang mit städtebaulich bedeutenden Objekten zu schaffen. Wir stehen für eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung, die Denkmalschutz, wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung miteinander in Einklang bringt.
Holger Frantz, Mitglied im Bauausschuss